AD(H)S

AD(H)S-Diagnose & Therapie

Bei Verdacht auf eine AD(H)S ist eine gründliche Abklärung nötig. Eine AD(H)S Diagnostik für Erwachsene in München und bundesweit ist in meiner Praxis oder auf Wunsch auch online möglich. Der Zeitaufwand ist mit ca. 1,5 Stunden zu bemessen.

Ich biete zudem eine spezielle ADHS-Psychotherapie an. Es handelt sich um ein verhaltenstherapeutisches Coaching. Ich passe die Therapie an die individuelle Ausprägung der Symptome an. Die AD(H)S Selbsthilfe ist ein wichtiger Pfeiler in der Behandlung. Nach erfolgter, gesicherter Diagnose führt das Coaching in meist drei bis fünf Therapieeinheiten zu mehr Erfolg in der Alltagsbewältigung.

Unterstützend arbeite ich auf Wunsch mit der ressourcenfokussierten und effizienten Ego-State-Therapie. Sie ist sehr gut zur Behandlung von Traumata und dissoziativen Störungen geeignet. Bei ADHS-Patient:innen findet sich eine signifikant erhöhte Häufigkeit an traumatischen Erlebnissen und/ oder frühkindlichem Stress.

Was ist AD(H)S?

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Sie ist eine der häufigsten psychischen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter. ADHS äußert sich durch Probleme mit Selbstregulation, Aufmerksamkeit und Impulsivität. Eine starke innere körperliche Unruhe kann hinzukommen.

Früher wurde ADHS als Aufmerksamkeitsdefizitstörung bezeichnet. Weil bei betroffenen Kindern (besonders bei Jungen) oft auch Hyperaktivität beobachtet wurde, wurde der Begriff schließlich angepasst. Die Hyperaktivität ist im Grunde eine körperliche Erweiterung des bei AD(H)S typischen Aufmerksamkeitsdefizits und der Impulsivität.

ADHS ist in der ICD-10 unter den hyperkinetischen Störungen gelistet. Diese sind charakterisiert durch Beginn in der Kindheit (meist in den ersten fünf Lebensjahren). Hinzu kommen

  • überaktives Verhalten mit hoher Unaufmerksamkeit
  • wenig Ausdauer bei Aufgaben

AD(H)S hat keine bestimmte einzelne Ursache. Genetische Faktoren können in vielen Fällen eine Rolle spielen. Frühkindlicher Stress oder traumatische Erlebnisse können die Störung auslösen. Andere Risikofaktoren sind Kopfverletzungen, ein niedriges Geburtsgewicht, sowie Kontakt mit Rauschmitteln und Drogen vor der Geburt.

Symptome bei Kindern

AD(H)S ist besser bekannt als das „Zappelphillip Syndrom“. Für die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) müssen gemäß DSM-V immer 6 oder mehr Anzeichen einer Unaufmerksamkeit oder von Hyperaktivität und Impulsivität für eine Diagnose vorliegen (oder 6 von jeder Gruppe zur Diagnose der kombinierten Form von ADHS). Die Zeichen müssen in mindestens zwei Funktionsbereichen (z. B. zu Hause und in der Schule) vorliegen. Das Sozialverhalten oder die schulische Leistung müssen beeinträchtigt sein.

Zeichen von Unaufmerksamkeit:

  • Einzelheiten werden nicht beachtet
  • Bei Aufgaben oder beim Spielen kann nur schwer für längere Zeit die Aufmerksamkeit aufrecht erhalten werden
  • Es scheint als hört das Kind nicht zu, wenn andere es ansprechen
  • Führt häufig Anweisungen nicht vollständig durch und kann Aufgaben nicht zu Ende bringen
  • Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren
  • Vermeiden von Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern, oder hat eine Abneigung dagegen oder beschäftigt sich nur widerwillig damit
  • Häufiges Verlieren von Gegenständen
  • Leichte Ablenkbarkeit durch äußere Reize
  • Vergeßlichkeit

Anzeichen von Hyperaktivität und Impulsivität:

  • Zappelt häufig mit Händen oder Füßen oder hampelt herum
  • Steht in der Klasse oder in Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird, häufig auf
  • Läuft häufig herum oder klettert exzessiv
  • Hat Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen
  • Ist häufig „auf Achse“ oder scheint „von einem Motor angetrieben“ zu sein
  • Redet häufig übermäßig viel
  • Platzt häufig mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist
  • Kann nur schwer warten, bis es an der Reihe ist
  • Unterbricht und stört andere häufig

Die Symptome können leicht bis stark ausgeprägt sein. Der stark wachsende Druck an Schulen, aber auch der beschleunigte und digitalisierte Lebensstil kann die Symptome verschlimmern.

AD(H)S bei Erwachsenen

AD(H)S muss immer in der Kindheit auftreten. Bei einem Teil der Kinder „wächst“ es sich aus. Bei etwa 40 Prozent bleibt die Krankheit lebenslang bestehen. Oft wird sie aber erst im Erwachsenenalter diagnostiziert.

Das Erscheinungsbild bei Erwachsenen ist anders

Das Erscheinungsbild verändert sich mit Eintritt ins Erwachsenenalter: Die Hyperaktivität nimmt ab. Die Tendenz zu impulsivem oder riskantem Verhalten und unüberlegten Handlungen bleibt bestehen. Zusätzlich treten Unorganisiertheit, Vergesslichkeit und Schusseligkeit in den Vordergrund.

Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet auch im Erwachsenenalter an Verhaltensauffälligkeiten und Unaufmerksamkeit. Im privaten und beruflichen Umfeld stoßen sie nicht selten auf Widerstände und Unverständnis. Ein großer Teil entwickelt ein Suchtverhalten und andere psychische Krankheiten.

Weil die Symptome anderen Störungen ähneln können, ist die Diagnose mitunter schwer. Zu den möglichen Symptomen zählen:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Impulsivität und Wutausbrüche
  • Ruhelosigkeit
  • Schwierigkeit, Aufgaben zu Ende zu bringen
  • Stimmungsschwankungen
  • Anspannung
  • Ungeduld
  • Dem Alter nicht entsprechende motorische Unruhe
  • Schwierigkeit, Beziehungen aufrecht zu erhalten

Hilfe bei AD(H)S im Erwachsenenalter

Oft wird ADHS im Erwachsenenalter nicht erkannt. Die Symptome werden als ein Teil der Persönlichkeit wahrgenommen. Die beruflichen, privaten und sozialen Folgen können gravierend sein. Weitere Krankheiten wie Depression, Suchterkrankungen und Angststörungen können hinzukommen. Wenn AD(H)S Erwachsene einen Arzt finden, der die Symptome richtig zuordnet, stellt sich oft sofort die erste Erleichterung ein.

Psychopharmaka verbessern die Kernsymptome der AD(H)S. Dennoch leiden Betroffene oft unter psychosozialen Schwierigkeiten. AD(H)S kann das tägliche Leben stark beeinträchtigen.

Die Betroffenen haben

  • Schwierigkeiten in persönlichen Beziehungen, beruflich und privat
  • Vermeidungsverhalten
  • mangelndes Selbstbewusstsein
  • fehlende Strategien zur Bewältigung des Alltags.

Eine begleitende Psychotherapie hat sich als sehr wirksam erwiesen. Mithilfe einer speziell abgestimmten Therapie werden Strategien entwickelt, um das tägliche Leben besser zu bewältigen. Neue Routinen können aufgebaut und im Alltag verankert werden.

Die erfolgreiche Behandlung von ADHS in der Praxis beinhaltet deshalb immer eine ADHS Selbsthilfe und eine Art „Coaching“: Mithilfe von „Techniken“ für den Alltag lernen die Betroffenen Struktur, wie einen geregelten und effizienten Tagesablauf, aber auch ihre oft überwältigenden Gefühle zu erkennen und mit ihnen anders umzugehen.

ADHS wird oft als eine „besondere Art zu sein“ beschrieben. Viele ADHS Patienten sind sehr kreative, überaus intelligente Menschen. Sie können im Berufsleben sehr erfolgreich sein.

In der ADHS Praxis für Erwachsene lernen Betroffene, mit dieser „besonderen Art“ zu sein umzugehen. So wird eine spürbare Verbesserung erfahren. Auch im zwischenmenschlichen Bereich, beruflich sowie privat, ist eine starke Erleichterung möglich.

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